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Umweltschutz und namhaften Experten klar den Vorrang geben: Vorfahrt für Einweggetränkepfand

„Die Einführung eines Einweggetränkepfandes in Österreich ist eine ganz wesentliche Lösung, um Schäden und Verschmutzungen in der Natur und Umwelt zu vermeiden. Wir wollen, dass das lästige und schädliche achtlose Verschmutzen, das Littering, der Vergangenheit angehört!“, fordert NÖ-Landtagsabgeordneter und Bürgermeister Anton KASSER, Präsident der Arbeitsgemeinschaft österreichischer Abfallwirtschaftsverbände (argeAWV.at). „Wir appellieren an Umweltministerin Gewessler den Empfehlungen der Studie, die durch ihr eigenes Haus veröffentlicht wurde, zu folgen. Die gesetzliche Einführung eines Einweggetränkepfandes, die vorgeschlagen wird, ist ein Gebot der Stunde. Sie ist auch ebenso ein wesentlicher Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz.“

 

Die Europäische Kommission hat im Jahr 2019 als Reaktion auf die weltweiten Berichte über Plastikverschmutzung in den Meeren die Single-Use-Plastics-Richtlinie erlassen. Österreich hat bis Juli 2021 Zeit, diese Richtlinie in nationales Recht umzusetzen. Dadurch tritt ein Einweg-Plastik-Verbot, unter anderem für Besteck, Teller, Geschirr, Trinkhalme, sowie Lebensmittelbehälter und Getränkebecher aus aufgeschäumten Kunststoffen (Polystyrol) in Kraft.

 

Kasser unterstreicht zudem, dass die Umsetzung des EU-Kreislaufwirtschaftspakets und die Erfüllung von Recyclingquoten, die in diesem Zusammenhang zu erwähnen sind, nicht den Kommunen und der allgemeinen Öffentlichkeit überantwortet werden kann: „Die Hersteller sind klar aufgerufen die Ziele und gesetzlichen Vorgaben der EU zu erfüllen. Adressaten der EU Aufgaben in Sachen Kreislaufwirtschaft sind Industrie und Wirtschaft, die Hersteller. Die Erfüllung von bestimmten Quoten, durch unterschiedliche Sammelverfahren, deren Anerkennung im Übrigen bislang auch durch die EU noch ausständig ist, kann nicht auf die Gemeinden abgewälzt werden. Ein Einweggetränkepfand zur Erfüllung der Vorgaben schafft daher Klarheit und Planungssicherheit für alle Beteiligten.“

 

„Die kommunale Abfallwirtschaft erwartet sich in der Diskussion um Umweltschutz ganz klar, dass Industrie und Wirtschaft ihrer Herstellerverantwortung nachkommen. Abfüller, Handel und Importeure können die Kosten der Umweltverschmutzung und -schäden ihrer Produkte nicht auf die Allgemeinheit, also die Kommunen und die Bevölkerung, abwälzen“, zeigt sich KASSER überzeugt. „Wir alle tragen Verantwortung für unsere Umwelt und Natur. Nicht nur Bürgerinnen und Bürger, sondern alle Beteiligten müssen ihren Teil dazu leisten. Niemand ist hier ausgenommen“, gibt sich der Präsident bestimmt.

 

In zahlreichen Diskussionen der Stakeholder über Getränkeverpackungen ist man sich auf Augenhöhe begegnet. Bereits im Vorfeld hat man sich sachlich auf jene Fragen geeinigt, welche die Pfandstudie umfassen. Ebenso wurde vereinbart, dass die Ergebnisse von allen Stakeholdern anerkannt und als Handlungsempfehlung für die politischen Entscheidungen akzeptiert werden. KASSER: „Wir fordern das Versprechen der Industrie und Wirtschaft ein, dass wir gemeinsam die Single-Use-Plastics-Richtlinie in Österreich so umsetzen, wie es die Experten vorschlagen. Wir sehen uns an die gemeinsamen Vereinbarungen verantwortungsvoll gebunden.“

 

KASSER: „Die eindeutigen Ergebnisse der Pfandstudie liegen auf dem Tisch. Wir fordern eine umgehende und zügige Umsetzung im Sinne unserer Umwelt ein. Die Bevölkerung ist zu 61% für ein solches Einweg-Pfand.“

Für die kommunale Abfallwirtschaft ist das unachtsame Wegwerfen von Müll in die Landschaft (= Littering) ein massives Problem. Die österreichischen Abfallwirtschaftsverbände organisieren gemeinsam mit den Ämtern der Landesregierungen seit Jahrzehnten sogenannte Flurreinigungsaktionen, um den Müll aus den Straßengräben, aus den Parks und aus der Landschaft zu sammeln. „Im Vorjahr haben in ganz Österreich an über 3.000 Aktionen fast 200.000 Personen teilgenommen und 1.000 Tonnen Müll gesammelt. Nach ersten Erhebungen und Sortieranalysen wie zum Beispiel in Salzburg, wissen wir, dass gemessen an der Stückzahl, Getränkeverpackungen über drei Viertel des so problematischen, gelitterten Mülls ausmachen. Wir mahnen daher die Abgeltung hunderttausender Freiwilligenstunden der Bevölkerung und der Abfallentsorgungskosten durch Littering in den Gemeinden ein. Umweltschutz gibt es auch für Industrie und Wirtschaft nicht zum Nulltarif. Wer die Zukunft und Menschen ernstnimmt, der lässt sie nicht mit der Rechnung für Umweltverschmutzung im Regen stehen“, erläutert KASSER.

 

Inhalt der Pfandstudie

Die Empfehlung der Experten (Technisches Büro Hauer, Institut für Abfallwirtschaft der Universität für Bodenkultur, Montanuniversität Leoben) lautet ganz klar:

 

·       Einführungen eines Einweg-Pfands mit 0,3 € pro Stück auf alle Getränkeverpackungen aus Kunststoff und Metall

·       Beobachtung der Getränkeverpackungen aus Glas und Verbundkartons

·       Abgeltung der Kosten an den Handel

·       Aufbau einer „Zentralen Stelle“ zur Abwicklung der verschiedenen Ströme (Daten, Geld, Material)

·       Maßnahmen zur Steigerung der Verwendung von ökologisch noch besseren Mehrweg-Getränkeverpackungen.

 

Anton Kasser präzisiert: „Das teuerste Kostenmodell aus der Pfandstudie, bei der drei Viertel des Restmülls sortiert werden, um eine 90%-ige getrennte Sammlung der Getränkekunststoffflaschen zu erreichen, kostet 145 Mio. € pro Jahr. Ein aufmerksamer Blick auf die Kosten des Einweggetränkepfands, mit 117 Mio. € pro Jahr, zeigt den klaren Vorzug dieser Lösung. Das Einwegpfand ist mit der höchsten Sammelquote von 95 %, die bei einer Pfandhöhe von 30 Eurocent zu erwarten ist, zudem auch die ökologisch vorteilhaftere Variante.

Reaktion auf Aussagen von Anderen

Mit der Einführung eines Einweg-Pfands entspricht man auch der Forderung des Getränkefachverbandes, der sowohl die ökonomisch als auch ökologisch beste Variante politisch umsetzen möchte und seine Mitwirkung versichert hat.

 

Die von der ARA-AG vorgebrachten Bedenken, dass es zu einem Parallelsystem in der Abfallwirtschaft käme, sind nicht schlüssig. Schon bei der Einführung der Verpackungsverordnung im Jahr 1993 hätte man dies ins Treffen führen können. Außerdem bliebe mit dem Einweggetränkepfand in den Sammeleinrichtungen mehr Platz für die übrigen Kunststoffverpackungen. Kasser zeigt sich überzeugt: „Bedenken des Handels können wir dahingehend auch ausräumen, als die Rücknahme der Einweggetränkeverpackungen für ihn kostenneutral angesetzt wird und er seine Aufwendungen ersetzt bekommt“.

 

Dass sich die Wirtschaft zudem bereits auf die Einführung eines Einweggetränkepfandes vorbereitet, zeigen zahlreiche Aussendungen der Industrie und Wirtschaft, darunter renommierte Firmen der Getränkeindustrie, wie Coca-Cola und von Recyclingspezialisten wie der Reclay/UFH GmbH. Die österreichische kommunale Abfallwirtschaft unterstützt zudem die Forderung von Nicht-Regierungsorganisationen (Greenpeace, WWF, global2000) nach einer erhöhten Verwendung von Mehrweggetränke-Verpackungen, weil sie aus Sicht der Ressourcenschonung die ökologischere Variante darstellt.

 

 

Kasser endet: „Wir arbeiten Tag für Tag für die österreichische Bevölkerung in Sachen Kreislaufwirtschaft. Industrie und Wirtschaft sind dabei Partner. Lassen sie uns gemeinsam den Experten folgen und leisten wir einen wesentlichen Beitrag für unsere Umwelt mit einer Pfandlösung.“

 

NÖ Landtag beschließt Maßnahmen zur Abfallvermeidung

Presseaussendung der NÖ Umweltverbände vom 31.01.2020

NÖ Landtagsbeschluss zu Abfallwirtschaft: Kurs halten und erfolgreichen Weg fortsetzen

 

St. Pölten (31.01.2020) – Anlässlich des gestrig einstimmigen Beschlusses des NÖ Landtags zu einem Maßnahmenpaket für die NÖ Abfallwirtschaft zeigen sich Landtagsabgeordneter und Bürgermeister Anton Kasser, Präsident des Vereins „die NÖ Umweltverbände“ und LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf erfreut: „Die Zusammenarbeit zwischen den Umweltverbänden, dem Land Niederösterreich und unserer Bevölkerung ist ein Erfolgsmodell. Abfallvermeidung und Umwelt schützen, den Abfall als Wertstoff sinnvoll nutzen und die kommunale Abfallwirtschaft modern zu gestalten sind unsere tragenden Pfeiler. Mit dem einstimmigen Beschluss des NÖ Landtags zu einem Maßnahmenpaket sehen wir uns in unserem Auftrag bestärkt und werden die erfolgreiche Arbeit der letzten Jahre fortsetzen. Unser Motto auf diesem Weg bleibt wichtiger denn je: Die besten Abfälle sind jene, die erst gar nicht entstehen“, so Kasser und Pernkopf unisono.

 

Ausbau Infoangebot zur Vermeidung von Einwegplastik

„Wir sammeln in unserem Bundesland beispielsweise jährlich rund 29.000 Tonnen Plastik aus Verpackungen, das sind 17 kg pro Niederösterreicherin und Niederösterreicher. Mit unserem Infoschwerpunkt um NÖ plastikfit zu machen und anderen Maßnahmen, haben wir die Themen aus der Bevölkerung bereits aufgegriffen. Über www.plastikfit.at. sind zahlreiche Infos verfügbar. Wir begrüßen daher, dass es zu einem weiteren Ausbau des Infoangebots kommen soll,“ sagen Pernkopf und Kasser. Ab 2021 ist zudem bundesweit vorgesehen, dass Einwegbesteck, Geschirr, Strohhalme, Wattestäbchen und Luftballonstäbe aus Plastik vollständig aus umweltfreundlichen Materialien hergestellt werden müssen. Lebensmittelbehälter und Getränkebecher aus aufgeschäumten Kunststoffen (Polystyrol), wie sie öfters beim sogenannten To-Go-Kauf (der klassische Einweg-Cafebecher) benutzt werden, werden verboten. Auch Abfällen von Tabakerzeugnissen wie Filter von Zigarettenstummeln, Feuchttüchern oder leichte Kunststoff-Tragetaschen tritt man entgegen.

 

Sauberhafte Feste und Geschirrmobile: Bisher 17 Millionen Plastikbecher eingespart

Um Plastikabfall zu reduzieren und die Umwelt zu schonen, wurden schon im letzten Jahr die ,Sauberhaften FESTE‘, Niederösterreichs Programm für Veranstaltungen zur Abfallvermeidung und für mehr Umwelt- und Klimaschutz, weiterentwickelt. Diese werden hinkünftig noch flächendeckender beworben und weiter ausgebaut, um Abfall bei Festen zu vermeiden und zu reduzieren. Durch den Einsatz von Mehrweggeschirr und der ordentlichen Trennung aller Abfälle bei den Sauberhaften FESTEN lassen sich die Rest-Abfallmengen um bis zum Achtzigfachen reduzieren. Pernkopf erklärt: „Durch die mehrfache Verwendung und Recyclingfähigkeit von Mehrwegbechern beispielsweise, werden Ressourcen geschont und das Müllaufkommen reduziert. Durch ihr geringes Gewicht sind sie leicht zu transportieren das Material ist bruchsicher und sorgt für mehr Sicherheit durch ein geringeres Verletzungsrisiko. Hochwertiger Kunststoff kommt ohne Weichmacher aus und ist gesundheitlich unbedenklich.“ Bisher wurden 17 Millionen Plastikbecher eingespart und 80.000 umweltfreundliche Kuchenboxen bei den Sauberhaften Festen verteilt. Derzeit erhalten Gemeinden 10% Rabatt beim Kauf von Mehrwegbechern über das Nachhaltige Beschaffungsservice NÖ. Kasser ergänzt: „2018 wurden 500 Sauberhafte Feste veranstaltet, im letzten Jahr waren bereits 574 Feste sauberhaft. Auf diesen Erfolgen aufbauend, wollen wir auch die Anzahl an Geschirrmobilen und Geschirrspülern erhöhen.“

Pernkopf und Kasser enden: „Um Rohstoffe einzusparen und Kreislaufwirtschaft zu leben, sind die Themen Wiederverwendung und Reparatur ebenso von Bedeutung. Wir begrüßen daher die Diskussionen, die für diese Bereiche geführt werden sollen.“

 

Der vom NÖ Landtag einstimmig beschlossene Antrag zur NÖ Abfallwirtschaft:

https://noe-landtag.gv.at/fileadmin/gegenstaende/19/08/805-1/805-1AA.pdf

 

 

Über die NÖ Umweltverbände

Der Verein „Die Niederösterreichischen Umweltverbände" ist der freiwillige Zusammenschluss der

NÖ Umweltverbände, Städte, Statutarstädte und dem Land Niederösterreich auf dem Gebiet der Abfallwirtschaft. Er wurde 1993 als "Niederösterreichischer Abfallwirtschaftsverein" gegründet. Von den 573 niederösterreichischen Gemeinden sind 559 vertreten. (Schluss)

 

argeAWV.at übergibt Forderungspapier an Verhandler für Neue Bundesregierung

Kompakte Kurzfassung:

Forderungen der ARGE österreichischer Abfallwirtschaftsverbände- argeAWV.at – an die kommende Bundesregierung

 

arge-Präsident Bgm. Anton Kasser übergibt das Forderungspapier an LHStv. Stephan Pernkopf, arge-Vizepräsident Bgm. Roland Wohlmuth übergibt es an LR Rudi Anschober:

 

Die ARGE Österreichischer Abfallwirtschaftsverbände (argeAWV.at) vertritt 102 österreichische Gemeindeverbände für Abfallwirtschaft, welche die geordnete, getrennte Sammlung von Wertstoffen und Restabfällen durch die Haushalte und Konsumenten in den ländlichen Regionen Österreichs organisieren. Mit ihrer Aktivität wird ein volkswirtschaftlicher Nutzen von 1,2 Mrd. € pro Jahr erbracht und 14.000 Menschen haben damit Beschäftigung und Einkommen.

  

Inhalt 

1.      Konsequentes Umsetzen der erweiterten Produzentenverantwortung. 2

2.      Änderungen bei der EAG-Verordnung/BatterieVO.. 2

3.      Einhaltung der Zusage zur Evaluierung des Anhang 1 der AbgeltungsVO.. 2

4.      Verwaltungsvereinfachung im Bereich der Verpackungsverordnung. 2

5.      Verstärkte Maßnahmen zur Umsetzung des Abfallvermeidungsprogrammes. 2

6.      Merkliche Reduktion von Lebensmittel in Abfällen und deren sinnvolle Verwertung. 3

7.      Maßnahmen gegen Littering durch Getränkeverpackungen und Kostenersätze für die Reinigung  3

 

1.     Konsequentes Umsetzen der erweiterten Produzentenverantwortung

Die argeAWV. fordern eine konsequente Umsetzung der erweiterten Produzentenverantwortung insbesondere bei Batterien, Elektroaltgeräten und Verpackungen. Sie haben noch immer in der „Ausfallshaftung“ eine Menge an Materialien im Restmüll zu entsorgen, deren eigentliche Verantwortung andere Wirtschaftsteilnehmer (Lizenzierungs- und Sammelsysteme) tragen müssten.

 Gerade bei Batterien und Akkus reicht die Quote für die getrennte Erfassung von 40 % bei weitem nicht aus, um die brandgefährlichen Anteile der Batterien im Restabfall auszuschließen, siehe auch Punkt 5.

 

2.     Änderungen bei der EAG-Verordnung/BatterieVO

Im Bereich der EAG- und BatterienVO gibt es nach 15 Jahren kommunaler Erfahrungen dringenden Novellierungsbedarf. Die Abgeltung der Personalkosten für Arbeiten zur EAG- und Batteriesammlung durch die Sammel- und Verwertungssystemen ist sicherzustellen.

 

3.     Einhaltung der Zusage zur Evaluierung des Anhang 1 der AbgeltungsVO

Die Abfallwirtschaftsverbände erwarten, dass die im Jahr 2015 von der Abteilung V des BMNT zugesagte Evaluierung des Anhang 1 der AbgeltungsVO nun nach Vorliegen der Restmüllanalysen auch umgehend in einer Novelle umgesetzt wird.

 

4.     Verwaltungsvereinfachung im Bereich der Verpackungsverordnung

Die Einführung des Wettbewerbs im Bereich der Haushalts-Verpackungssammlung hat zu einer Explosion des Verwaltungsaufwandes für die Verbände und Städte geführt. So sind pro Jahr rund 15.200 Rechnungen von den 158 kommunalen Vertragspartnern an die einzelnen Sammelsysteme auszustellen. Durch eine Abrechnung der kommunalen Leistungen über die Verpackungskoordinierungsstelle kann dies auf eine Rechnung im Quartal reduziert werden oder für alle kommunalen Vertragspartner pro Jahr auf 632 Rechnungen.

 

5.     Verstärkte Maßnahmen zur Umsetzung des Abfallvermeidungsprogrammes

Die ARGE ÖAWVs fordert verstärkte Maßnahmen zur Umsetzung des Abfallvermeidungsprogramms und zur zentralen Dokumentation dieser Maßnahmen mit einer Ausweitung der finanziellen Ressourcen des zuständigen Ressorts. Eine durch den Klimawandel und die Plastik-Problematik notwendig Bewusstseinsbildung zur Lebensstiländerung kann nicht nur Aufgabe der kommunalen Abfallwirtschaft sein.

 

6.     Merkliche Reduktion von Lebensmittel in Abfällen und deren sinnvolle Verwertung

Für Lebensmittelabfälle ist die gesamte Wertschöpfungskette verantwortlich und auch für die aktive Vermeidung. Wir fordern daher aktive Maßnahmen dazu bei Landwirtschaft, Verarbeiter, Handel und Verbraucher. Die aktuellen Analysen zeigen, dass im Restmüll noch sehr viele biogene Abfälle enthalten sind. Vorgeschlagen wird, dass die Kosten für die Biomüllsammlung in die Restmüll-gebühren einzurechnen sind und jedem Haushalt/Betrieb eine „kostenlose“ Biotonne zur Verfügung gestellt wird.

 

7.     Maßnahmen gegen Littering durch Getränkeverpackungen und Kostenersätze für die Reinigung

Untersuchungen haben gezeigt, dass Getränkeverpackungen in Österreich die Hauptverursachergruppe von „Littering“ -Abfällen sind.

Wir fordern daher entsprechende Maßnahmen, um Littering zu vermeiden, und den vollen Kostenersatz durch die Hersteller für die Reinhaltung der Kulturlandschaft.

 

 


ÖWAV-Veranstaltung Kommunale Abfallwirtschaft

Hier gehts zur Anmeldung : 

 



argeawv.at-Kasser: Wir halten Österreich sauber

Vlnr: Dr. Johann Mayr, argeAWV.at-Bundeskoordinator; KR Hans Roth, VÖEB-Präsident; LAbg. Bgm. Anton Kasser; argeAWV.at-Präsident; Franziska Olischer, Stadträtin von Mödling


Presseaussendung (Wien)
Kommunen positionieren sich immer mehr als Reiniger, Wertstoff-Manager und Klimaschützer

·       Über 2.700 Flurreinigungsaktionen in Österreich 2019.

·       Neue Recyclingziele der EU werden in Österreich Investitionsschub auslösen.

·       Kommunen wollen gemäß EU-Richtlinie, dass bis 2025 10% der Fahrzeuge mit Antrieben aus Erneuerbarer Energie betrieben werden

·       GALLUP-Umfrage: Ablehnung der Privatisierung der Abfallentsorgung steigt seit von 58% in 2016 auf 68 % in 2019

·       ARGE Abfallwirtschaft-Präsident Kasser: „Mülltrennen und Wertstoff-Management ist Klimaschutz!“

Der Präsident der ARGE Österreichischer Abfallwirtschaftsverbände (arge AWV.at) Landtagsabgeordneter Bürgermeister Anton KASSER zeigt auf „Mülltrennen ist Klimaschutz, weil durch getrennt gesammelte Wertstoffe neue Rohstoffe ersetzt werden, wird bei der Produktion von neuen Produkten Treibhausgas eingespart. Die österreichische Abfallwirtschaft trägt ganz erheblich zur Erreichung der Klimaziele bei, wie der letzte Klimabericht des Umweltbundesamtes zeigt.“

 

Durch die Vermeidung von Methangasemissionen, weil kein unbehandelter Müll mehr abgelagert werden darf, die umweltfreundlichen Ferntransportsysteme auf der Bahn und auch die Gutschriften durch die Einsparung von Treibhausgas bei der Neuproduktion trägt die Abfallwirtschaft als einziger der fünf betrachteten Sektoren schon seit mehr als 10 Jahren zur Reduktion der schädlichen CO2 Gase bei.

 

Der ARGE-Bundeskoordinator Dr. Johann MAYR berichtet über die neueste Gallup-Umfrage der ARGE zum Thema Zufriedenheit der ÖsterreicherInnen mit der öffentlichen Abfallwirtschaft: „Die Menschen schätzen die zuverlässige Arbeit der Gemeinden, ihrer Abfallwirtschaftsverbände und Städte. Sie wissen um den Wert einer sauberen Umwelt. Mülltrennung und Recycling sind Ihnen ein wirkliches Umweltanliegen. Dieser Erfolg beruht auch auf den Leistungen unsere AbfallberaterInnen. Sie informieren in den Gemeinden und Städten wie Plastik und andere Abfälle vermieden werden und wie die Bevölkerung Wertstoffe und Restmüll richtig getrennt sammelt.“

 

Die Gallup-Umfrage wurde bei 1.200 Österreicherinnen repräsentativ durchgeführt und zeigt auch eine stark zunehmende Ablehnung einer Privatisierung der Abfallentsorgung. Lag die Ablehnung 2016 noch bei 58 %, erreicht sie 2019 mit 68% einen neuen Höhepunkt.

 

KR Hans ROTH, Präsident des Verbandes österreichischer Entsorgungsbetriebe, weist auf die gut funktionierende Zusammenarbeit zwischen privater und öffentlicher Abfallwirtschaft hin. Vor allem am Land wird der Großteil der Sammel- und Entsorgungsaufträge von privaten Entsorgungsfirmen in Dienstleistung für die Gemeinden und ihre Abfallwirtschaftsverbände erbracht. Die neuen Recyclingziele des EU-Kreislaufwirtschaftspakets werden einen Investitionsschub in neue Abfalltrenn- und Verwertungsanlagen in der Entsorgungswirtschaft und der produzierenden Industrie führen. „Unsere Mitgliedsbetriebe werden für die Kommune und die Haushaltssammelsysteme erhöhte Anstrengungen unternehmen, um gemeinsam die neuen Ziele zu erreichen.“

 

Frau Stadträtin Franziska OLISCHER erklärt anhand von konkreten Beispielen aus Mödling, wie auf Initiative der Kommune, Lebensmittelabfälle im Gastronomiebereich vermieden werden können: „Wir laden die Mödlinger Restaurants und Gasthäuser ein, die zu großen Portionen den Kunden in einer „Genussbox“ mit nach zu Hause geben und später zu essen. So können wertvolle Lebensmittel vollständig verzehrt werden.“

 

Zur bevorstehenden Umsetzung der EU-Einwegplastikprodukte-Richtlinie in Österreich ergänzt KASSER: „Wir erwarten gespannt die Studie des Nachhaltigkeitsministeriums zum Thema Getränkepfand. Sie wird zeigen, ob das EU-Recycling-Ziel von 90% der Plastikflaschen im Jahr 2029 ohne Pfand zu erreichen ist.“

 

KASSER gibt einen Ausblick auf mittelfristige Innovationen im Bereich der Abfallwirtschaft: „Um den Kreislauf in der eigenen Sparte zu schließen, werden die positiven Beispiele für gasbetriebene Sammelfahrzeuge aufgegriffen, die mit Methangas aus der Biotonne fahren. Eine neue EU-Richtlinie schreibt ja den Einsatz von 10% der Fahrzeuge mit Antrieben aus erneuerbarer Energie bis 2025 vor. Auch hier werden die Kommunen und ihre privaten Partner zum Klimaschutz beitragen“

 

Über 1 Million Kilogramm bei 2700 Flurreinigungsaktionen gesammelt: Weiterer Zuspruch

Die Verbände haben im heurigen Frühjahr gemeinsam mit den Landesregierungen und den Gemeinden rund 2700 Flurreinigungsaktionen organisiert. Über 170.000 Freiwillige haben dabei mehr als 1.000.000 kg gelitterte Verpackungen, Zigarettenstummel, Taschentücher etc. aus der Landschaft geholt. Neben Schulklassen, Kindergärten, Jägerschaften, haben sich auch Feuerwehren oder Bergrettungen beteiligt. Straßen, Parks, und öffentliche Plätze wurden freiwillig von Weggeworfenem gereinigt. Ein Blick auf die Zahlen: Der steierische Frühjahrsputz motivierte 56.000 Personen zum Mitmachen, die niederösterreichischen Umweltverbände begeisterten 44.000 oder die MA 48 der Stadt Wien 17.000 Menschen.

 

KASSER endet: „Die Umfrageergebnisse und die Beteiligung bei den Flurreinigungsaktionen sprechen eine ganz klare Sprache: die Arbeiten der Wertstoffmanager und der Müllabfuhr können nachvollzogen werden: Die Menschen übernehmen Verantwortung für unsere Umwelt. Danke hierfür.“

 

 

Über die Initiative Verantwortungsvolles Wertstoffmanagement

Die Initiative Verantwortungsvolles Wertstoffmanagement wurde als Plattform zum Informations- und Erfahrungsaustausch für alle an der öffentlichen Abfallwirtschaft Interessierten ins Leben gerufen, um gemeinsame Ziele zu erarbeiten und Projekte umzusetzen. Die kommunalen Interessensverbände Städtebund und Gemeindebund, der Verband Österreichsicher Entsorgungsbetriebe, die Ingenieurkammer und die Interessensgemeinschaft Energieautarkie sind ebenso Teilnehmer wie em. Univ.Prof. Dr.Gehard Vogel oder Greenpeace Österreich, das Lebensministerium, die Arbeiterkammer oder Vertreter der Sammelsysteme der Wirtschaft.
(VWM-Handbuch
Deutsch:
https://www.argeawv.at/app/download/14310129430/Gr%C3%BCnbuch_deutsch_neu.pdf?t=1557998014

Englisch: https://www.argeawv.at/app/download/14310129530/GreenBook_english.pdf?t=1557996123

Über die ARGE Österreichischer Abfallwirtschaftsverbände

Die ARGE Österreichischer Abfallwirtschaftsverbände ist die Informationsdrehscheibe und Interessensvertretung von rund 80 Gemeindeverbänden für Abfallwirtschaft in Österreich. Als Zusammenschluss von acht Landesdachorganisationen vertritt die ARGE die öffentliche Abfallwirtschaft in fachlicher Zusammenarbeit mit Gemeindebund und Städtebund. Mit Müllgebühren in Höhe von rd. 600 Mio. EURO werden jährlich 4 Mio. Tonnen Siedlungsabfälle von Gemeinden, Städten und Verbänden gesammelt, verwertet und entsorgt. Ein Volkswirtschaftlicher Nutzen von 1.235 Mio. EURO wird damit gestiftet und 14.800 Personen beschäftigt.

Rückfragen:

ARGE Präsident LAbg. Bgm Anton Kasser                   ARGE- Bundeskoordinator Dr. Johann Mayr
Tel.: +43 664 231 98 15                                             Tel.: +43 664 390 97 20
E-Mail:
anton.kasser@argeawv.at                              E-Mail: hans.mayr@argeawv.at

Stadiongasse 6-8/8

1010 Wien

 

 

Über den VÖEB

Der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VÖEB) ist die freiwillige Interessensvertretung der kommerziell geführten Entsorgungsunternehmen in Österreich. Der Verband vertritt derzeit über 200 Mitgliedsunternehmen und repräsentiert somit zwei Drittel - gemessen am Umsatz bzw. an den Beschäftigten – der privaten österreichischen Entsorgungsbetriebe. Die Branche beschäftigt direkt und indirekt ca. 43.000 Mitarbeiter, entsorgt rund zwei Drittel des gesamten in Österreich anfallenden Abfalls und erwirtschaftet Umsätze in der Größenordnung von 4 Mrd. Euro pro Jahr.

Rückfragen:
Mag. Daisy Kroker                                         
Geschäftsführerin VÖEB                               
Tel.: +43 664 4002750                                 
E-Mail:
kroker@voeb.at                                

 

 


Pressekonferenz 27. Juni 2019 - Kommunen als Klima-Schützer: "Wir halten Österreich sauber"

Aktion zur Bewerbung von Kreislaufwirtschaft

"Rund geht's" die Öffentlichkeitskampagne der Abfallwirtschaft

Neben vielen anderen Mitgliedern ist auch die ARGE Österreichischer Abfallwirtschaftsverbände ein Promotor der gemeinsamen PR-Kampagne "Rund geht's", mit der in kurzen einprägsamen Bildern der Weg vom Abfall zum neuen Produkt und die Geschichte dazu erklärt werden.

 

ARGE Österreichischer Abfallwirtschaftsverbände

Eine zukunftsorientierte kommunale Abfallwirtschaft trägt ganz wesentlich zu einer nachhaltigen Wirschaftsweise bei. Der zügige Aufbau flächendeckender Entsorgungsstrukturen in allen Bundesländern nach dem Prinzip der Entsorgungsautarkie ist unabdingbare Voraussetzung einer nachhaltigen Abfallwirtschaft und die Entsorgung der Siedlungsräume eine wichtige Aufgabe des vorsorgenden Umweltschutzes - und somit auch der Daseinsvorsorge.

Durch die verstärkte Kommunikation zwischen den Abfallverbänden und den politischen Verantwortungsträgern gewährleisten wir die Erhaltung der Entsorgungssicherheit, die Weiterentwicklung des Leistungsangebotes und die Ausgewogenheit zwischen Ökonomie und Ökologie.

Die ARGE Abfallverbände Österreichs hilft den Gemeinden und Verbänden...

durch gemeinsame Vertragsverhandlungen

bei Auftragsvergaben für Sammlung, Transport, Behandlung/Verwertung von Müll und Altstoffen

bei der Organisation der Altstoffsammlung, der Verwertung der Altstoffe

und bei der Errichtung von Entsorgungsanlagen.

Durch die Internationalisierung der Abfallwirtschaft wird es auch verstärkt notwendig sein, die kommunalen Interessen der Abfallwirtschaft professionell zu bündeln, frühzeitig Lobbying-Arbeit für die Kommunen zu leisten und den Liberalisierungstendenzen der Wirtschaft entgegenzuwirken - um im Interesse der Bürger die Kosten gering zu halten.

Diese Ziele verfolgen wir konsequent und Erfolge sind mehr als erkennbar.

Wir wollen auch in den nächsten Jahren konstruktiv für die kommunale Seite der Abfallwirtschaft kämpfen und Sie durch regelmäßige Weitergabe von Information über die verschiedenen abfallwirtschaftlichen Themen - im Sinne von: voneinander Lernen und "best practice" - auf dem Laufenden halten.